PS5-Preis: So viel wird die Kon­so­le höchs­tens kos­ten

Was wird die Play­Sta­ti­on 5 kos­ten – das ist die gro­ße Fra­ge, stimmt’s?

Einen offi­zi­el­len Ver­kaufs­preis hat Sony noch nicht genannt. Doch die PS5 wird garan­tiert nicht teu­rer als 499 Euro.

In die­sem Bei­trag nen­ne ich vier Grün­de, war­um das so ist – und das was mit der PS4 zu tun hat.

1. Ein nied­ri­ger Preis bei der PS5 ist wirt­schaft­lich cle­ver

Die PS5 wird weniger als 500 Euro kosten
Ein Con­cept Design zur PS5

Sony ist eine Fir­ma und Fir­men wol­len Geld ver­die­nen.

Es liegt für Sony also nahe, die PS5 so teu­er wie mög­lich auf den Markt zu brin­gen, damit die Mar­ge mög­lichst hoch ist.

Doch die PS5 kann natür­lich nicht unend­lich viel Geld kos­ten, sonst wür­de sie nie­mand kau­fen.

Aber wie teu­er ist zu teu­er?

Sony muss beim Preis der PS5 eine wich­ti­ge Balan­ce hal­ten.

Es gibt meh­re­re Fak­to­ren, die beein­flus­sen, wie teu­er die PS5 letzt­lich wird, dar­un­ter Kos­ten für die Her­stel­lung, For­schung und Ent­wick­lung.

Aber auch der Preis der Kon­kur­renz, vor allem Micro­softs Xbox Scar­lett, wird fest­le­gen, wie viel Sony für die PS5 ver­lan­gen wird.

Doch wisst ihr was?

Dar­über brau­chen wir uns gar nicht den Kopf zu zer­bre­chen, denn die PS5 wird mit Sicher­heit weni­ger als 500 Euro kos­ten.

Ganz ein­fach des­we­gen, weil die PS5 anfangs für Sony nicht pro­fi­ta­bel sein wird.

Klingt erschre­ckend, aber Kon­so­len zum Markt­start zum Ver­lust zu ver­kau­fen, ist in der Indus­trie üblich (mit Aus­nah­me von Nin­ten­do).

Die Hard­ware-Ver­käu­fe schrei­ben in den ers­ten Mona­ten in der Regel rote Zah­len, der Gewinn wird dage­gen mit den Spie­len erwirt­schaf­tet.

Mit Retail-Spielen wird das Geld verdient, nicht mit Konsolen.
Mit Retail-Spie­len wird das Geld ver­dient, nicht mit Kon­so­len.

Sony bekommt einen klei­nen Pro­zent­an­teil an Soft­ware und ver­dient mit jedem ver­kauf­ten Spiel mit.

Es macht für Kon­so­len­her­stel­ler mehr Sinn, bei den Hard­ware-Ver­käu­fen ins Minus zu gehen, wenn bei den Video­spie­len dafür ein gro­ßes Plus ent­steht.

Denn:

Wer sei­ne Kon­so­le zu teu­er ver­kauft, ver­kauft weni­ger Gerä­te und somit auch weni­ger Spie­le. Dadurch bleibt auch der Gesamt-Gewinn nied­rig.

Aus die­sem Grund wäre es wirt­schaft­lich absurd, die PS5 für 600 Euro anzu­bie­ten.

Doch Sony hat bei der Play­Sta­ti­on 3 damals zum Launch 2007 genau die­sen Feh­ler gemacht – und ist damit bei­na­he geschei­tert.

Das ist auch der Grund, war­um der bekann­te Bran­chen­ana­lyst Micha­el Pach­ter einen Preis über 599 US-Dol­lar für unrea­lis­tisch hält.

Ich glau­be nicht, dass die Next-Gen-Kon­so­len 500$ kos­ten wer­den. Die PS3 kos­te­te zum Launch 600$ und flopp­te.

Die Xbox One launch­te mit 500$ und es funk­tio­nier­te nicht, sie muss­ten Kinect fal­len las­sen und die Kon­so­le für unter 400$ anbie­ten, damit sie sich ver­kauf­te.

Micha­el Pach­ter

Das Ziel ist es also, mög­lichst vie­le Kon­so­len zu ver­kau­fen, um noch mehr Spie­le abset­zen zu kön­nen und somit die Spie­ler­ba­sis zu erhö­hen.

Die PS3 war zum Launch viel zu teuer.
Die PS3 war zum Launch viel zu teu­er.

Dadurch muss der Preis der Hard­ware aller­dings mög­lichst attrak­tiv sein, auch wenn das erst­mal für den Her­stel­ler Ver­lust bedeu­tet.

Ziem­lich blö­de Situa­ti­on, mag der ein oder ande­re nun den­ken. Doch es bleibt glück­li­cher­wei­se nicht so.

Mit der Zeit wer­den tech­ni­sche Res­sour­cen wie Fest­plat­ten, Lei­ter­pla­ti­nen und RAM-Arbeits­spei­cher immer güns­ti­ger. Die Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se wer­den effi­zi­en­ter. 

Dadurch sinkt über die Mona­te und Jah­re auch der Her­stel­lungs­preis – und aus dem anfäng­li­chen Ver­lust wird schließ­lich ein Gewinn.

2. Die Leu­te ori­en­tie­ren sich am Preis der PS4 und PS4 Pro

Eine PS4 Pro kostet maximal 400 Euro. Daran haben sich Kunden gewöhnt.
Wer eine PS4 will, muss maxi­mal 400 Euro aus­ge­ben.

Ich bin der Über­zeu­gung, dass die PS5 nicht mal 500, son­dern knapp 400 Euro kos­ten wird. 

War­um?

Weil das seit sechs Jah­ren der Preis für Play­Sta­ti­on-Hard­ware ist.

Die PS4 kos­te­te zur Markt­ein­füh­rung 399 Euro in Deutsch­land (2013).

Die PS4 Pro kos­te­te zum Launch in Deutsch­land eben­falls 399 Euro (2016).

Auch die Play­Sta­ti­on VR-Hard­ware kos­te­te 399 Euro.

399 Euro.

Die­ser Preis hat sich in den Köp­fen der Kun­den fest­ge­setzt. Die Kun­den haben sich an die Zahl gewöhnt.

Die PS4-Preise zum Launch in Europa und Amerika.
Die Zahl 399 hat sich in die Köp­fe gebrannt.

Ein Preis, der deut­lich von die­sen 399 Euro abweicht, wür­de die Kauf­be­reit­schaft sen­ken.

Egal, ob ihr nun 2013, 2015 oder heu­te im Jahr 2018 eine PS4 kau­fen wür­det, Der Preis lag immer zwi­schen 300 und 400 Euro – von Rabatt­ak­tio­nen mal abge­se­hen.

Nun stellt euch vor, wir haben das Jahr 2020 und die PS5 kommt in den Laden – für stol­ze 600 Euro.

Ihr wür­det euch fra­gen, war­um sie 200 Euro teu­er ist als eure PS4 Pro und sicher­lich stark über­le­gen, ob die Kon­so­le die­sen saf­ti­gen Auf­preis wert ist.

Ihr wür­det zögern, ver­mut­lich sogar anstel­le der PS5 die Xbox Scar­lett in Betracht zie­hen, die viel­leicht sogar etwas weni­ger kos­tet.

Das will Sony natür­lich um jeden Preis ver­mei­den.

Ver­gleich der Play­Sta­ti­on-Prei­se

Ein Blick in die Ver­gan­gen­heit zeigt:

Tat­säch­lich hat Sony mit Aus­nah­me der PS2 und PS3 nie mehr als 399 Euro für eine Play­Sta­ti­on-Kon­so­le ver­langt.

Hier eine Über­sicht aller Play­Sta­ti­on-Genera­tio­nen mit dem jewei­li­gen Preis zum Markt­start in Deutsch­land.

Prei­se von Play­Sta­ti­on-Kon­so­len
Kon­so­le Preis Release
PS1 599 DM 1997
PS2 869 DM 2002
PS3 599 Euro 2007
PS4 399 Euro 2013
PS4 Pro 399 Euro 2016
PS5 399 Euro? 2020?

* 306,26 Euro (nicht infla­ti­ons­be­rei­nigt)
** 444,31 Euro (nicht infla­ti­ons­be­rei­nigt)

War­um war die PS3 so teu­er?

Dass die ers­te Vari­an­te der Play­Sta­ti­on 3 zum Release im Ver­gleich über­teu­ert war, hat­te vor allem zwei Grün­de.

  • Sys­tem on a Chip-Archi­tek­tur
  • Blu­ray-Lauf­werk

Die SoC (Sys­tem-on-a-Chip) brauch­te die PS3 für die Abwärts­kom­pa­ti­bi­li­tät. Zumin­dest das ers­te 60GB-Modell. Eine teu­re Lösung im Ver­gleich zur Emu­la­ti­on, wie sie bei der Xbox One zum Ein­satz kommt.

Das ist auch der Grund, war­um Sony bei den Nach­fol­ge­mo­del­len dar­auf ver­zich­te­te.

Zum The­ma: 5 Grün­de, war­um die PS5 abwärts­kom­pa­ti­bel wird

Doch erst der inte­grier­te Blu­ray-Play­er, eine damals neue und extrem teu­re Tech­no­lo­gie, ließ die Kos­ten rich­tig explo­die­ren – was Sony durch den hohen Preis auf die Kun­den abwälz­te.

Was uns direkt zum nächs­ten Punkt führt.

3. Blu­ray-Play­er kos­ten heu­te kei­ne 1000 Euro mehr

Als die Play­Sta­ti­on 3 ver­öf­fent­licht wur­de, gehör­ten Blu­ray-Play­er zum Hig­hend-Enter­tain­ment.

Es war eine kom­plett neue Tech­no­lo­gie. Die meis­ten Gerä­te kos­te­ten meh­re­re Hun­dert Euro. Manch­mal sogar fast 1000.

Bluray-Player kosten heute nur noch um die 50 Euro.
Blu­ray-Play­er auf Amazon.de

Eine Spie­le­kon­so­le UND einem Blu­ray-Play­er in einem Gerät für 600 Euro zu bekom­men, war 2007 daher eigent­lich ein super Ange­bot.

Heu­te ist die Tech­no­lo­gie hin­ge­gen aus­ge­reift und viel güns­ti­ger in der Pro­duk­ti­on. Blu­ray-Play­er wer­den die­ser Tage schon ab 60 Krö­ten ver­scher­belt. Sie sind kaum noch etwas wert.

Aller­dings:

Die Play­Sta­ti­on 5 wird höchst­wahr­schein­lich ande­re neue Tech­no­lo­gi­en in sich ver­ei­nen, die eben­falls kost­spie­lig sind, um noch bes­se­re Spiel­gra­fik und beein­dru­cken­de­re Erleb­nis­se zu bie­ten.

Und das könn­te den Preis wie­der­um doch nach oben trei­ben.

4. Ein Insi­der bestä­tigt: Die PS5 soll 399 Euro kos­ten

Der fran­zö­si­sche Game­blog-Jour­na­list Juli­en Chiè­ze ist eine der weni­gen Quel­len, die sich zum poten­zi­el­len Preis der PS5 geäu­ßert haben.

In sei­nem Video nennt Chié­ze eben­falls die magi­schen Zahl, die ihr in die­sem Bei­trag schon mehr­mals gele­sen habt.

Aus nicht näher genann­ten Insi­der-Krei­sen will er erfah­ren haben, dass Sony sich aus oben genann­ten Grün­den nicht vom Preis der PS4 (Pro) weg­be­we­gen möch­te.

Die PS5 soll also eben­falls für 399 US-Dol­lar bzw. Euro auf den Markt kom­men. Ein­fach weil sich die Leu­te dran gewöhnt haben.

Was bedeu­tet das für den Preis der Play­Sta­ti­on 4?

Die PS4 Pro wird güns­ti­ger.

Micha­el Pach­ter hat in einem Pod­cast eine span­nen­de Vor­her­sa­ge gemacht. Ihm zufol­ge will Sony abwar­ten, bis die PS4 Pro die PS4 als Stan­dard­sys­tem wei­test­ge­hend abge­löst hat.

Und dann den Preis der PS4 Pro auf 250$ sen­ken.

Ihr wer­det viel­leicht den­ken: “So güns­tig? Nie­mals!” Aber es ergibt erstaun­lich viel Sinn.

Wenn die PS5 erscheint und – neh­men wir mal an – 499 Euro kos­tet, dann wür­de sie fast das Dop­pel­te kos­ten wie die her­un­ter­ge­setz­te PS4.

Dadurch wäre jedem Kun­den klar: Die PS5 ist das bes­se­re und moder­ne­re Gerät. Sie ist ja schließ­lich teu­rer.

Michael Pachter glaubt, dass die PS5 nicht mehr als 500 Dollar kosten wird.
Bran­chen­ana­lyst Micha­el Pach­ter

Gleich­zei­tig wür­de die Preis­sen­kung die Ver­kaufs­zah­len der PS4 Pro ankur­beln, die im Jahr 2020 immer­hin schon vier Jah­re alt wäre.

Durch die­se Zusatz­ein­nah­men könn­te Sony wie­der­um die PS5 quer­fi­nan­zie­ren und einen ers­ten etwai­gen Ver­lust durch den ver­gleichs­wei­se nied­ri­gen Preis von 399–499 Euro auf­fan­gen.

Natür­lich ist das alles Spe­ku­la­ti­on. Sobald es mehr Infos gibt, erfahrt ihr es bei Mei­ne-PS5!

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Kategorie: Special